Erstveröffentlichung: August 2019
Empfohlene Zitierweise: MEMO 4 (2019): Objekte der Erinnerung. Pdf-Format, doi: 10.25536/2523-2932042019.

ISSN: 2523-2932

Titelbild:

Familienstammbaum der Khevenhüller, ausgehend von Augustin zu Aichelberg (+ 1519), kaiserlicher Rat Maximilians I., und seiner zweiten Gemahlin Siguna von Weißpriach.

Ausschnitt aus der Khevenhüller Chronik (1624-1625), Museum für Angewandte Kunst, IN 21. 608. REALonline 013847.

Mit einem Geleitwort von Elisabeth Gruber und Gabriele Schichta.

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Inhalt:

„Du, geliebter Leser, erbarme dich zugleich unser!“

Der „Hillinus-Codex“ (Cod. 12) als mehrschichtiges Erinnerungsobjekt


Der in der Kölner Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek aufbewahrte „Hillinus-Codex“ zählt zu den bedeutendsten Werken der ottonischen Buchmalerei. Die im frühen 11. Jahrhundert von einem Reichenauer Buchmaler und einem Seeoner Schreiber, seinem Bruder, vermutlich in Köln geschaffene Handschrift gibt durch einen Schreibereintrag und einen umfangreichen Widmungstext wichtige Hinweise über den Entstehungskontext des Manuskripts und die Hintergründe der Stiftung des Evangeliars. Die Dedikationsminiatur verbildlicht die Widmung des Codex durch den Auftraggeber, den Kölner Domherrn Hillinus, an den heiligen Petrus. Darüber hinaus haben sich auch die Buchkünstler in das Bildprogramm der Handschrift „eingeschlichen“ und stellen selbstbewusst ihren Beitrag zur materiellen Überlieferung der Offenbarung dar.
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Memories in Steel and Paper: A Spectacular Armor and Its Depictions in Early Modern Augsburg


Dieser Artikel untersucht eine Reihe von retrospektivischen Bildern, welche Maximilian I. als geharnischten Erzherzog von Österreich und Herzog von Burgund auf einem eindrucksvoll ausgerüsteten, von Kopf bis zu den Hufen gepanzerten Pferd reitend zeigen. Diese Kunstwerke, welche allesamt aus dem sechzehnten Jahrhundert stammen, nehmen an der frühneuzeitlichen Erinnerungskultur um die ritterliche Rolle Maximilians und an den posthumen Mythen um seine Person teil. Im Zentrum der Überlegungen steht eine Zeichnung, welche um 1540–1550 datiert und im sogenannten Thun-Hohenstein-Album gebunden ist. Diese Zeichnung kombiniert zwei frühere Gemälde, gegenwärtig in der Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien, welche zwei Triumphzüge durch die Städte Namur und Luxembourg im Jahre 1480 darstellen. Ein späteres Bild, entstanden um 1575 in Augsburg, zeigt dasselbe Motiv wie die Zeichnungen...
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Ein neuer Weg zur Stadtgeschichte – Virtual Reality im Maximilianmuseum


Im Maximilianmuseum in Augsburg findet im ‚Maximiliansjahr‘ 2019 die Ausstellung „Maximilian I. (1459-1519). Kaiser. Ritter. Bürger zu Augsburg“ statt. Die Ausstellung beherbergt außer hochwertigen Leihgaben auch ein besonderes Highlight: In einer virtuellen Umgebung werden längst abgerissene Stadttore computergestützt nachmodelliert und für die Besucher wieder zugänglich, obwohl die Originale schon lange nicht mehr Teil des Stadtbildes sind. Eines davon war einst eine berühmte Touristenattraktion: Augsburgs ‚Alter Einlass‘, das Nachttor, erbaut 1514 angeblich für Kaiser Maximilian I. Abgerissen wurden die letzten Überreste der großflächigen Anlage 1867. Besonders die komplexen Mechaniken im Inneren des Durchgangs waren weithin berühmt und können nun durch penible wissenschaftliche Recherche und Virtual-Reality-Brillen wieder erfahrbar gemacht werden.
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Erinnerung an Maximilian I. auf Schloss Hanfelden in der Steiermark


Schloss Hanfelden/Steiermark hat durch die sogenannte Maximiliansstube mit der dort angebrachten Inschrift überregionale Bedeutung erlangt. Darin wird ein Besuch König Maximilians im Jahre 1506 beschrieben, bei dem er sich um lokale Angelegenheiten kümmerte. Gleichzeitig sagt die Inschrift aus, dass der Sitz von nun an Hanfelden genannt wird und dass Maximilian I. in dieser Stube residierte. Die Inschrift ist rund 100 Jahre nach dem beschriebenen Besuch angebracht worden, als Maximilian Rauchenberger Schlossbesitzer war. Es ist zu vermuten, dass Maximilian Rauchenberger gezielt an seinen Namensvetter Maximilian I. erinnern wollte. Er konzentrierte sich auf lokale Ereignisse. Die im benachbarten Zeiring angestoßenen weltpolitischen Vorgänge, wie die von Maximilian I. initiierte Ladung zum Reichstag in Konstanz, werden nicht angesprochen. Bauarchäologische Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass...
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Der Weg der Zeichnung

Die Handzeichnung als Medium der Kommunikation, Erinnerung und Selbstzeugnis des Bildhauers im 17. Jahrhundert


Entwurfsprozesse für plastische Bildwerke der frühen Neuzeit sind durch die spärliche Quellenlage schwer fassbar, vor allem für die Arbeitspraxis nördlich der Alpen sind wenige Dokumente überliefert. Die Existenz dreier Sammlungen von Zeichnungen, deren gemeinsamer Ursprung in einer österreichischen Bildhauerwerkstatt liegt, ermöglicht neue Einblicke in die bildhauerische Arbeit des 17. Jahrhunderts. Die Rolle der Zeichnungen in den Sammlungen von Ried im Innkreis, Innsbruck und Pécs wurde von verschiedenen Akteuren – Bildhauern, Auftraggebern und Sammlern – bestimmt. Anhand von Beispielen aus den Konvoluten widmet sich der Artikel den Funktionsebenen der Zeichnung als Medium der Ausbildung, der Weitergabe von Know-how und der persönlichen Erinnerung.
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