Claudius Ptolemäus mit Quadrantem und der allegorischen Astronomie
Erstveröffentlichung: November 2023
Empfohlene Zitierweise: MEMO 10 (2023): Material aspektivieren. doi: 10.25536/2523-2932102023.  

ISSN: 2523-2932

Titelbild:
Claudius Ptolemäus mit einem Quadranten in der Hand und der allegorischen Astronomie zu Seite
(Holzschnitt aus Georg Reischs “Margarita Philosophica” von 1508)

Begleitende Episoden des Podcasts “Sonic Trinkets”:


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Inhalt:

Material aspektivieren

Zur Einleitung


Welchen Anteil haben Materie und Material an den produktiven und praxeologischen Prozessen innerhalb kultureller Systeme? Diese Frage steht in der vorliegenden Memo-Ausgabe im Mittelpunkt von vier Aufsätzen aus den Geschichtswissenschaften, der Kunstgeschichte und der Mittelalterarchäologie. Im Zuge des Material Turn wurde zuletzt in verschiedenen kulturwissenschaftlichen Disziplinen die Bedeutung des Materials, des Stofflichen und der Substanzen für die Materielle Kultur zunehmend herausgearbeitet, während zuvor eher Dinge und Dinglichkeit im Vordergrund standen. Mit dem Konzept der Aspektivierung wurde am Institut für Realienkunde in Krems ein interdisziplinärer Ansatz entwickelt, mit dem die Relevanz der jeweiligen materialbezogenen Eigenschaften und Zuschreibungen für die kulturellen Dynamiken gezielt herausgearbeitet werden kann. Der hier zur Diskussion gestellte methodische Zugriff schließt Fragen nach den Affordanzen und der Agency von...
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Das Kunstwerk als materiale Figura

Aspektivierung, Agency und Affordanz der Bronze im Fall des Lütticher Taufbeckens


Die vorliegende Untersuchung will den materialikonologischen, kunsttheoretischen und im weitesten Sinne epistemologischen Status des Materials ‚Bronze‘ bzw. ‚Messing‘ für das Taufbecken fokussieren, welches 1104–1118 für die Kirche Notre-Dame-aux-Fonts in Lüttich nach dem Vorbild des Ehernen Meeres im Salomonischen Tempel gefertigt wurde und sich heute in der Stiftskirche St. Bartélemy befindet (s. u., Abb. 1). Allerdings geht es primär nicht um neue Deutungsvorschläge für dieses Werk, sondern um die Vorstellung eines methodischen Modells für eine Evaluierung des Materials für die Werkentstehung, Werkbedeutung, Werkwirkung, Werkrezeption usf. Der Beitrag wird sowohl der Affordanz als einem produktiven Faktor des Materials, seiner Agency im Werkkontext als auch einer Aspektivierung des Materials in Produktion und Rezeption anhand dieses Fallbeispiels nachgehen. Neben dem Ziel, das Modell der Aspektivierung...
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Wasser fließt

Ein methodischer Versuch, Wasser als Material ernst zu nehmen


Der Umgang mit Wasser stellt einen zentralen Interaktionsanlass dar, der sich nicht darin erschöpft, Wasser bereitzustellen und zu entsorgen. Als allgegenwärtiges und lebensnotwendiges Material nimmt es Einfluss auf unterschiedlichste Handlungen und Praktiken. In jeweils variierenden Konstellationen zwischen Menschen und ihrer Umwelt treten dabei spezifische Aspekte und Eigenschaften des Materials Wasser in den Vordergrund. Für städtische Gemeinschaften in Spätmittelalter und Früher Neuzeit sind nur manche davon durch schriftliche Quellen erschließbar, besonders dann, wenn einzelne Eigenschaften des Materials Wasser gemeinsame Anstrengungen provozierten, etwa, um auf die Ressource Wasser zuzugreifen oder den zerstörerischen Charakter von Wasser abzuwenden. Der vorliegende Beitrag nähert sich dem Eindruck von Wasser auf das Handeln der Menschen aus der Perspektive der Materialeigenschaften. Er wird danach fragen, welche Aktionen, Reaktionen...
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Kommunizierende Gefäße

Flüssigkeiten als Trägersubstanzen beim Gebrauch figürlicher Gießgefäße


Der Beitrag beschäftigt sich mit der Aspektivierung von Material im Kontext von figürlichen Gießgefäßen des Hoch- und Spätmittelalters (12. bis 16. Jahrhundert) mit einem räumlichen Fokus auf Mittel- und Westeuropa. Dabei wird gefragt, welche Aspektivierungen der von den Gefäßen aufgenommen und abgegebenen Flüssigkeiten als auch hinsichtlich des Herstellungsmaterials der Objekte identifiziert werden können. Des Weiteren wird untersucht, in welcher Relation die figurale Gestaltung der Gefäße zu diesen Aspektivierungen stehen. Zu diesem Artikel existiert eine Episode des begleitenden Podcasts "Sonic Trinkets": [ai_track player="full" title="Sonic Trinkets, 1.01: Jaqueline" subtitle="Ein Gespräch mit dem Archäologen Thomas Kühtreiber" cover="https://memo.imareal.sbg.ac.at/wp-content/uploads/2024/01/SonicTrinkets_Podcast.jpg" id="my_track" audio="https://memo.imareal.sbg.ac.at/wp-content/uploads/2024/01/Episode-1_Jaqueline.mp3"]
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Stein und Erde gestalten

Die Concordantiae Caritatis als Experimentierfeld eines Distant Viewings zur Materialdarstellung im 14. Jahrhundert


Wie können dargestellte Materialien mit Methoden der Digital Humanities untersucht werden? Diese Frage steht am Beginn einer Auswertung von Annotationen zu marmoriertem Stein bzw. trockenen Erdschollen/zerklüfteten Felsen auf Bildern aus der Datenbank REALonline. Untersuchungsgegenstand ist die zum UNESCO-Dokumentenerbe zählende Handschrift der Concordantiae Caritatis in der Stiftsbibliothek Lilienfeld (um 1355, cod. 151). Ausgangspunkt ist ein Distant Viewing, d. h. durch Visualisierungen greifbar gemachte Vergleiche von Komponenten vieler Miniaturen. Darauf aufbauende qualitative Analysen zeigen, inwiefern Aspektivierungen von Material für die bildlichen Erzählstrategien dieser Handschrift von Bedeutung sind.
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