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Florian Nieser
Kontakt: florian.nieser@uni-heidelberg.de
Website: https://digital-humanities.uni-heidelberg.de/#
Institution: Universität Heidelberg
GND: 1127613642
Erstveröffentlichung: Mai 2021
Lizenz: Sofern nicht anders angegeben Creative Commons License
Medienlizenzen: Medienrechte liegen, sofern nicht anders angegeben, bei den Autoren.
Letzte Überprüfung aller Verweise : 21.05.2021

Abstract

Ausgehend von der mittelalterlich-kommunikativen Prämisse einer „Kultur der Sichtbarkeit“ widmet sich der Beitrag der oft fragwürdigen oder zumindest hinterfragbaren Rolle von unsichtbaren und unsichtbar machenden Dingen in der mhd. Epik. Exemplarisch werden die bekannte Tarnkappe, die zunächst der Zwergenkönig Alberich und später Siegfried besitzt, Ring und Gürtel des Zwergenkönigs Laurin und schließlich Wigalois’ Gürtel, der zwar nicht unsichtbar macht, aber selbst über weite Strecken des Textes verborgen und narrativ ‚unsichtbar‘ gemacht wird, näher in Augenschein genommen. Herausgearbeitet werden in Konfrontation mit dem Computerspiel insbesondere die Kopplung von Unsichtbarkeit und übernatürlicher Stärke, das destruktive Potenzial der Dinge, das sich in vielen Texten am Ende gegen den Träger wendet, sowie Notwendigkeit und Strategien der Brechung der potenziellen Übermacht unsichtbarer Pro- und Antagonisten.

Abstract (englisch)

Starting from the medieval communicative premise of a „culture of visibility“, this paper is devoted to the often questionable or at least disputable role of invisible and invisibilitating things in medieval epic poetry. The well-known cloak of invisibility, first held by the dwarf king Alberich and later by Siegfried, the ring and belt of the dwarf king Laurin, and finally Wigalois’ belt, which does not make things invisible, but is itself concealed and made ‚invisible‘ narratively over long stretches of the text, will be examined more closely. In confrontation with the computer game, the coupling of invisibility and supernatural strength, the destructive potential of things, which in many texts ultimately turns against the wearer, as well as the necessity and strategies for breaking the potential superiority of invisible pro- and antagonists are worked out.

Inhaltsverzeichnis

Hinführung

Der Stellenwert von Dingen mit ihrem Einfluss auf Figurenkonstitutionen und auf Narrationsmuster, ihrer zentralen machtpolitischen Rolle in reziproken Gabenökonomien und ihrer facettenreichen Semiotik wird in der Germanistischen Mediävistik breit reflektiert und diskutiert.1 Dabei rücken (außergewöhnliche) Ausrüstungsgegenstände mit ihren Textbiografien2 ebenso in den Blick wie die Heraldik3 oder das Schenken spezifischer Gegenstände als fragwürdige oder gar aggressive Gaben.4 Ausgehend von der mittelalterlich-kommunikativen Prämisse einer „Kultur der Sichtbarkeit“5, die sich am Äußeren des Anderen orientiert, um in machtpolitischen und kämpferischen Kontexten auf dessen Inneres und damit auch auf Handlungsabsichten rückschließen zu können, nehmen repräsentative Gegenstände und Kleidungsstücke6 eine zentrale Rolle ein. Sie können metonymisch den Status des Trägers ebenso markieren wie deren Farbgebung einzelne Charakterzüge hervorhebt.7 Ebenso existieren jedoch im literarischen Repertoire von Kleidungsstücken mehrere Dinge mit unterschiedlichem – magischem bzw. anderweltlich-mythischem – Potenzial, die auf mehreren Ebenen die vordergründige Transparenz mittelalterlicher Repräsentationsmechanismen unterlaufen oder sogar verweigern. Die bekannte tarnkappe oder tarnhût Alberichs bzw. Siegfrieds macht ihren Träger unsichtbar und verleiht ihm zusätzlich die Stärke von zwölf Männern – diese verstärkende Eigenschaft ist dabei nicht auf diese Dinge begrenzt, denn auch der Gürtel und ein Ring des Zwergenkönigs Laurin besitzen diese Wirkungsmacht. Doch kann die Eintrübung der Sichtbarkeit auch auf subtileren Tarnmechanismen beruhen, wenn ein Zaubergürtel auf der Ebene der Erzählung vor bestimmten Figuren versteckt wird und letztlich aus dem Text verschwindet – wie der Gürtel des Wigalois. Im ersten Teil dieses Beitrags (Kapitel 1 und 2) soll aufgezeigt werden, dass diese verbergenden und verborgenen Dinge im Kern die Funktion besitzen, Defizite ihrer TrägerInnen zu markieren, indem der Bruch mit dem Primat der Sichtbarkeit zugleich mit einer Brüchigkeit der DingträgerInnen korrespondiert. Im zweiten Teil des Beitrags (Kapitel 3) steht die Frage im Zentrum, inwieweit sich intermediale Verbindungslinien zu Repräsentationsmechanismen des digitalen Spiels in Bezug auf das Phänomen der Unsichtbarkeit und mit ihr assoziierter Dinge ziehen lassen. Diese Vorgehensweise berührt Fragen von Medialität und Genre – überhaupt der prinzipiellen Vergleichbarkeit der verschiedenen Untersuchungsgegenstände. Mit Rücksicht auf die jeweiligen Unterschiede sollen die Bedeutung und Funktionsweisen von Dingen in den vergleichenden Blick rücken, die das fortwährend aktuelle Primat der Sichtbarkeit unterlaufen. Die Voraussetzungen dafür wurden bereits 2018 mit der PAIDIA-Sonderausgabe ‚„Vom ‚Wigalois‘ zum ‚Witcher‘ – Mediävistische Zugänge zum Computerspiel“‘8 geschaffen, wobei im Kontext der Dingtheorie vor allem der Beitrag ‚Mythischer Gegenstand unverkäuflich‘ von Antje Strauch und Adrian Meyer relevant ist, in dem die AutorInnen „die Textgruppe der mittelalterlich höfischen Erzählliteratur und pseudomittelalterliche Third-Person-Computerrollenspiele“9 in Anschluss an Maria Katsaridou und Mattia Thibault10 über Medien- und Genregrenzen hinweg als „als Elemente einer gemeinsamen ‚Architextualität‘“11 charakterisieren:

„Der hier verwendete Begriff der Architextualität ermöglicht es, Spiele und Texte nicht als ein Genre zu begreifen, sondern als verschiedene Vertreter der gleichen narratologischen Oberkategorie, als unterschiedliche Zweige der gleichen Taxonomie.“12

Somit lassen sich über den Begriff des Architexts nicht nur Computerspiel und mittelalterliche Literatur, sondern auch höfische Epik und Heldenepik in Bezug auf das Forschungsinteresse zusammenziehen: Obwohl in figurenbezogenen und narratologischen wie stofflichen Aspekten verschieden, sind alle drei in Bezug auf ihr Gegenstandsbewusstsein, das Strauch/Meyer als „mythisch“13 bezeichnen, miteinander vergleichbar. Auf dieser Grundlage soll herausgearbeitet werden, dass wesentliche Aspekte spielerischer agency und grundlegender Spielmechanismen ein Unterlaufen der Sichtbarkeit ebenso zu verhindern suchen bzw. als defizitär kennzeichnen, wie es sich in den literarischen Untersuchungsgegenständen beobachten lässt – Heimlichkeit, list14 und Tücke mithilfe von Dingen sollen als intermediale Phänomene untersucht werden.

Mechanismen der (Un-)Sichtbarkeit – Tarnkappen, Gürtel und Ringe

In diesem Kapitel stehen das ‚Nibelungenlied‘ (NL) ebenso wie der ‚Laurin‘ (L1) im Zentrum. Die Überlegungen zur tarnkappe Siegfrieds werden aufgrund der bereits breit geführten Debatten mit Blick auf die für diesen Beitrag wesentlichen Punkte der Figurenkonstitution des Dingträgers zusammengefasst und im Anschluss mit den Zauberdingen im ‚Laurin‘ verglichen.

Die Herkunft des Tarnmantels wird im Nibelungenlied von Hagen zwar unscharf, aber eindeutig im mythischen Bereich referiert. Siegfried erwarb die tarnkappe im Kampf mit dem Zwergen Alberich, wodurch er zusätzlich auch den Nibelungenhort erwarb (NL 96–97).15 Zusätzlich neben absoluter Unsichtbarkeit (NL 338, 1–3) – und diese Eigenschaft ist für den weiteren Handlungsverlauf entscheidend – verleiht dieser Gegenstand dem Träger die Stärke von zwölf Männern:

Alsô der starke Sîvrit die tarnkappen truoc,
sô het er dar inne krefte genuoc,
wol zwelf manne sterke zuo sîn selbes lîp.
Er warp mit grôzen listen daz vil hêrlîche wîp.
(NL 337)

Das Tragen des Tarnmantels, das den Heros in eine „Schleife der Unsichtbarkeit“16 hineinversetzt, die es ihm verwehrt, seine ‚Erfolge‘ in der Brautwerbung um Brünhild öffentlich sichtbar zu machen, versetzt ihn gleichzeitig erst in die Lage, siegreich in der Auseinandersetzung mit Brünhild zu sein. Peter Strohschneider verortet die Funktion des Tarnmantels vor allem in einer ambivalenten Vervielfältigung der Brautwerbungsschemata und Kurzschluss-Mechaniken zwischen legitimem Werber – dem Stärksten – und der legitimen Braut – der Schönsten: „Der Tarnmantel durchlöchert, ohne daß man es sähe, den Raum der Evidenz und setzt so für Prünhilt jenen Regelzusammenhang außer Kraft, nach welchem sie allein zu Sîfrit als dem Besten passen würde.“17 Der Tarnmantel verursache somit einen „Riß in der Welt der Evidenz“.18 Während also Strohschneider davon ausgeht, dass der Tarnmantel auf narratologischer Ebene mit der Aushebelung von Sichtbarkeitsmechanismen einen logischen Bruch verursacht, weist Anna Mühlherr auf die Konsequenzen des Tarnmantels für die Figurenkonstitution der heroischen Seite Siegfrieds hin. Unsichtbarkeit bringt für die vor dem mythischen Hintergrund des Herrschers über den Nibelungenhort heroisch gezeichnete Figur Siegfried eine zentrale Problemstellung mit sich, da „Sichtbarkeit […] in Verbindung mit Exorbitanz“19 des Heros eine zentrale Rolle einnimmt. Die fama des Heros wie auch die ihr zugrundeliegende êre „als öffentliche, an Anschaubarkeit gebundene Anerkennung“20 stehen in enger Verbindung mit sichtbaren Evidenzen seiner außergewöhnlichen Taten – im Falle Siegfrieds der zweimaligen Überwindung Brünhilds –, die jedoch aufgrund der unsichtbaren Helferrolle für Gunther im Wettbewerb mit Brünhild und in seiner Kemenate zunächst ausbleiben müssen. Zudem wird der Status des exorbitanten Heros durch die Kräfte verstärkende Funktion des Tarnmantels zusätzlich bedroht. Im Wettbewerb mit Brünhild weist die Wucht ihres Speerwurfs Siegfried trotz der zusätzlichen Stärke von zwölf Männern Anzeichen als ‚gerade noch‘ ebenbürtig aus:

Dez schuzzes beide strûchten die kreftigen man.
Wan diu tarnkappen, sie waren tôt dâ bestân.
Sîfride dem vil küenen von dem munde brast daz bluot.
(NL 457,3–458,1)

Die Wirkung der Tarnkappe – Unsichtbarkeit und Kraftzuwachs – und nicht die alleinige Exorbitanz des Heros ist die notwendige Bedingung für das Überleben des physischen Kräftemessens. Darüber hinaus zeigen die „Veränderung der Körperhaltung“21 beider Schildträger und Siegfrieds Bluten deutliche Anzeichen der körperlichen Veräußerung beim Blocken der anfliegenden Waffe.22 Offenbar ermöglicht es erst die „zauberisch potenzierte Heldenkraft Siegfrieds“23 Brünhild zu überwinden. Mit anderen Worten Siegfried hätte als sichtbarer Heros in der direkten Konfrontation mit Brünhild nicht bestanden – und damit wird zwar der Logikbruch im Brautwerbungsschema zur Diskussion gestellt, denn Siegfried würde seine erfolgreiche Helferfunktion und seine Rolle als Stärkster ohne die tarnkappe nicht erfüllen. Doch die Konsequenzen für die Figurenkonstitution der Heldenfigur sind mit Mühlherr damit umso gravierender:

„Das heißt aber auch, dass der Tarnmantel – einerseits als Trophäe [des Siegs über Alberich,] auszeichnend – zugleich die Grenzen seiner Kraft und seiner Handlungsmacht anzeigt. Denn als sichtbarer Siegfried hat er diese Art von Stärke nicht, die er unter dem Zaubermantel entfaltet, auf welchen er angewiesen ist. Siegfried ist von vornherein ein ‚gebrochener‘ Heros.“24

Dieser Eindruck wird beim zweiten Einsatz des Tarnmantels bei der Überwindung und Vergewaltigung Brünhilds bestätigt. Gunther nähert sich in der Hochzeitsnacht Brünhild, die sich verweigert (NL 635,3) und nach dem Zerreißen ihres Kleids Gunther einer Probe seiner Stärke unterzieht, in der der König hoffnungslos unterliegt (NL 636–637). Erst in völliger Dunkelheit und mit der Hilfe von Siegfried, der trotz der Dunkelheit seine tarnkappe trägt, kann Brünhilds Widerstand gebrochen werden. Erneut wird Siegfried trotz der potenzierten Kraft in starke Bedrängnis gebracht:

Sî beslôz mit armen den tiwerlîchen degen.
Dô wold‘ si in gebunden alsam den künic legen […]

Waz half sîn grôziu sterke unt ouch sîn michel kraft?
Si erzeigte dem degene ir lîbes meisterschaft.
Si truoc in mit gewalte (daz muos‘ et alsô sîn)
Unt druht‘ in ungefuoge zwischen die want und ein schrîn.
(NL 671,1f.; 672)

Nur unter größten Anstrengungen – angespornt durch die Schande, die eine Niederlage bedeute (NL 673) – gelingt es schließlich Siegfried sich aus dieser Situation zu befreien und Brünhild zu Gunthers Frau zu ‚brechen‘ (NL 677). Erneut scheint in dieser Szene der Sieg über Brünhild nur unter äußerster Anstrengung und vor allem nur unter der Bedingung der durch Magie potenzierten Kraft Siegfrieds möglich. Die allgemeine Dunkelheit der Szene, die zunächst den Einsatz des Tarnmantels nicht zwingend erforderlich macht, hebt unter dieser Perspektive die Brüchigkeit der exorbitanten Herosfigur und ihre Dependenz vom Tarnmantel umso mehr hervor.

Erneut greift auch an dieser Stelle wie bei der erfolgreichen Werbung um Brünhild zuvor, das Problem der ‚unsichtbaren Exorbitanz‘ des siegreichen Heros über das von Albrecht Classen so betitelte „Superweib“25. Daher eignet sich Siegfried als Siegestrophäen den Ring und den Gürtel Brünhilds an, die er anschließend Kriemhild schenkt (NL 679,3–680,3). Ungeachtet der unterschiedlichen und in der Forschung bereits etablierten Deutungsmöglichkeiten beider Dinge als Trophäen oder als Sicherheitsmaßnahme26 soll an dieser Stelle – auch im Vergleich mit dem ‚Laurin‘ – die Lesart des Rings und Gürtels als Dinge der Sichtbarkeit hervorgehoben werden.

Jan-Dirk Müller zeigt auf, dass bereits das Mitführen von Gürtel und Ring deren entlarvende Funktion ankündigt27 – unabhängig davon, ob sie von Kriemhild offen an der Hand oder zunächst verborgen unter dem Kleid getragen werden.28 Rein ‚von den Dingen her‘ gedacht, fungieren der entwendete Ring und Gürtel als Dinge der Sichtbarkeit und der Enthüllung, die die magische Wirkung und ‚Errungenschaften‘ des Tarnmantels nicht nur offenlegen und den Betrug an Brünhild enthüllen, sondern zugleich den Untergang des bereits als brüchig gezeichneten Dingträgers – Siegfried – in letzter Konsequenz bedingen.29 Mit der öffentlichen Zurschaustellung von Ring und Gürtel werden die ‚Errungenschaften‘ Siegfrieds und der Burgunden als Pyrrhussieg ausgewiesen und die bisher erfolgten Täuschungen mithilfe des Tarnmantels erweisen sich als „trügerisch“.30 Die paradoxe Konstellation eines Heros, dessen Exorbitanz sich mithilfe eines Zauberdings vor allem durch „eine ‚Trübung‘ bzw. ein ‚Löschen‘ der Sichtbarkeit“31 erweist, wird durch den Gürtel und den Ring doch der Sichtbarkeit preisgegeben; dieser Moment, in dem das Ding der Unsichtbarkeit Dingen der Sichtbarkeit als „Indizien des Betrugs an Prünhilt“ entgegensteht, stellt den Beginn des Untergangsgeschehens im Nibelungenlied dar.

Es gilt also festzuhalten, dass Unsichtbarkeit somit im Nibelungenlied für den Träger des Tarnmantels wie für die mit ihm verbundenen Figuren fatale Folgen mit sich bringt, wenn die mit ihr verdeckten Taten mithilfe von enthüllenden Dingen ans Licht gebracht werden. Für den Heros wird also über das Funktionsgeflecht verhüllender und entlarvender Dinge ironischerweise Sichtbarkeit zur Bedrohung; die enthüllte ‚Wirklichkeit‘ der Trophäen ist in sich fragil, wenn sie eine Überlegenheit des Heros Siegfried belegen sollen, die einzig über die Täuschung und Vervielfältigung des Kraftpotenzials erst ermöglicht wurde – einer tatsächlichen Sichtbarkeit also niemals standgehalten hätte.

Nachvollziehbar wird all dies durch den „Blick in die Heimlichkeit“32, den die Erzählinstanz während des Tarnmanteleinsatzes in den nicht-öffentlichen Bereich gewährt und damit das dingbasierte Arrangement von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit offenlegt. In ähnlicher Form, mit beinahe identischen Requisiten, jedoch mit dem Wechsel des Dingträgers von der Protagonisten- zur Antagonistenrolle und einer deutlich stärkeren prekären Zeichnung von Unsichtbarkeit kann das Geschehen im ‚Laurin‘ (L1)33 gelesen werden, der der aventiurehaften Dietrichepik zugeordnet ist. Nachdem Dietrich zusammen mit Hildebrand, Witege und weiteren Kämpfern den Rosengarten Laurins angegriffen hat und daraufhin der Zwergenkönig ausreitet, um sein Pfand einzufordern – die linke Hand und den rechten Fuß –, kommt es zum Kampf. Der erste Kontrahent Laurins ist Witege, der nur durch das Eingreifen Dietrichs vor seiner Niederlage bewahrt werden kann (L1 351–361), wodurch Dietrich selbst zum zweiten Kontrahenten des Zwergenkönigs wird. Dietrich gelingt es erst nach einem Ratschlag Hildebrands, den Zwerg mit einem Schlag mit dem Schwertknauf kurzzeitig zu betäuben, denn neben einer ausgezeichneten Rüstung trägt Laurin einen Zaubergürtel, der ihm wie Siegfried zuvor die Kraft von zwölf Männern verleiht (darumb [Laurins Hüfte] lag ein gurtelein,/ daz mocht wol zauberey sein;/ do fon hiet ez zwelff mans kraft, L1 190–192). Da es ihm nicht gelingt, Laurins Rüstung zu durchdringen und ihn dadurch zu besiegen, schlägt Dietrich ihm stattdessen mit betäubender Wucht auf den Helm; dadurch geschwächt greift der Zwerg zum zweiten Ding, einem helmkeplein, das ihn unsichtbar macht und in die Lage versetzt, Dietrich ungesehen tiefe Wunden zu schlagen (L449–466). Erneut hilflos im Kampf gelingt es Dietrich erst durch einen zweiten Ratschlag Hildebrands, den Zwerg in einen Ringkampf zu verwickeln und ihm dadurch den Gürtel zu entreißen, die Situation aufzulösen und Laurin – geschwächt vom Gürtelverlust – zu besiegen (L1 516–529).

Erneut vom Ding her betrachtet, zeigen sich hier Parallelen zum Nibelungenlied. Offenbar sind die verstärkenden Wirkungen des Tarnmantels Siegfrieds im ‚Laurin‘ auf zwei Dinge aufgeteilt – Gürtel und Tarnkappe – , aber sie hängen trotzdem unmittelbar miteinander zusammen. Laurin verschwindet zwar für kurze Zeit mit dem Tragen des helmkepleins, aber dieser Effekt wird durch physischen Kontakt – genauer: dem Ringkampf mit Dietrich – aufgehoben und ab der Zerstörung des Gürtels und damit auch dem Verlust des gesteigerten Kraftpotenzials findet sich keine Erwähnung der Unsichtbarkeit des Zwergs mehr. Während das magische Potenzial von Unsichtbarkeit und potenzierter Stärke also dinglich getrennt ist, besteht anscheinend eine direkte Verbindung zwischen diesen Zauberdingen. Der Affekt des Heroischen, der zur Sichtbarkeit drängt und wie im Nibelungenlied die Niederlage des Dingträgers zur Folge hat, zeigt sich im Handlungsschema Laurins. Er nimmt zwar keine Trophäen für seinen Sieg an sich, muss jedoch auf die verbale Herausforderung Dietrichs zum Ringkampf unmittelbar reagieren und der angedeuteten Überlegenheit Dietrichs im Ringkampf begegnen; er wirft sein Schwert von sich und sich selbst in die Beine seines Kontrahenten, statt ihn endgültig mit der Waffe zu bezwingen und einen Sieg unter ungleichen Bedingungen zu erringen.34 Wie zuvor im Nibelungenlied zeigt sich, dass die Interdependenz des Heroischen mit ihrer Sichtbarkeit zugleich zur Ursache für die Niederlage jener heroischen Heldenfiguren wird, die sich Zauberdingen bedienen, die dieser Interdependenz entgegenstehen.

Doch findet sich im ‚Laurin‘ noch eine weitere Verbindungslinie zum magischen Dingarrangement im Nibelungenlied, denn auch in diesem Text stehen Dinge der Unsichtbarkeit denen der Enthüllung und Sichtbarkeit gegenüber und in beiden Texten erweist sich die Sichtbarkeit als der dominierende Modus. Als es Laurin gelingt, die Berner in sein eigenes Reich einzuladen – einem holen perc (L1 796) –, bereitet er einen Hinterhalt für seine Gäste vor, dem das Anlegen eines weiteren magischen Dings vorausgeht:

mit gestein ein guldein fingerlein
stieß er an seine rehte hant,
da von wart im sicherleichen bekannt
[zwelf manz sterck ez do von] gewan.
(L1 1049–1052)

Das Motiv der magischen Verstärkung des Kraftpotenzials Laurins – erneut um die Kraft von zwölf Männern – findet vor dem Betrug an den Bernern wiederholt Verwendung. An die Stelle des Zaubergürtels rückt nun ein Ring, sichtbar bleibt Laurin jedoch, was zumindest impliziert werden kann, da kein weiteres Ding der Unsichtbarkeit erwähnt wird. Allerdings sind die Zwerge als Bewohner des Bergs allgemein zunächst weder für Dietleib noch für Dietrich sichtbar (L1 1129f.; 1255) und dies liegt nicht ausschließlich an der angedeuteten Dunkelheit des Bergs (L1 1100), denn auch die im späteren Verlauf angreifenden Truppen der Zwerge unter Lindbunds Führung sind im offenen Tageslicht nicht sichtbar (L1 1840f.; 1874). Das gesamte Heer vor den Toren Berns ist unsichtbar, es kann nur akustisch ausgemacht werden (L1 2219–2229) und Dietrich selbst betitelt die Zwerge als unsichtige leute[ ] (L1 2077).35 Laurin nutzt einerseits magische Dinge, wenn er seine Kraft potenziert oder sich unsichtbar macht bzw. es kommen solche Dinge eventuell beim gesamten Zwergenvolk zum Einsatz, das für die Berner temporär unsichtbar bleibt. Andererseits werden diese magischen Gegenstände bzw. die Unsichtbarkeit des Zwergenvolks36 durch ihnen entgegengesetzte Gegenstände in ihrer Wirkung depotenziert. Enthüllten Gürtel und Ring Brünhilds die Paradoxie des brüchigen Heros Siegfried, so enthüllen magische Ringe (L1 1130; 1393; 2219–2228) und ein Gürtel (L1 1265) das zuvor unsichtbare Zwergenvolk im Berg Laurins wie auch im weiteren Handlungsverlauf die Heerschar vor den Toren Berns. Im Falle Laurins führt die Sichtbarkeit seines Rings zur Niederlage des „Vertreter[s] des Wunderbaren“ bzw. dem Träger wunderbarer Dinge.37 Der Zwergenkönig verliert seinen kräftesteigernden Ring, nachdem er für Dietrich durch besagten Gürtel sichtbar wird. Der Berner schlägt ihm den Finger samt Ring ab und führt damit Laurins zweite und letzte Niederlage herbei (L1 1317f.). Wie im ersten Kampf mit Dietrich unterliegt der Zwerg trotz oder gerade wegen des Einsatzes magischer Dinge, deren siegversprechende Wirkung durch den ‚heroischen Reflex‘ reziproken Kräftemessens im ersten Kampf mit Dietrich oder aber wie im Nibelungenlied durch enttarnende Dinge im zweiten Kampf außer Kraft gesetzt wird. Die komplexe Wirkung der tarnkappe Siegfrieds, die die fragile Konstitution einer einzelnen heroischen Figur in Unsichtbarkeit bedingt, wird im ‚Laurin‘ auf mehrere Zauberdinge ausgelagert, derer sich der Zwergenkönig stets zu seinem Nachteil im Kampf gegen Dietrich bedient.

Laurin als Träger kräftesteigernder und Unsichtbarkeit verleihender Zauberdinge wirkt vor dem Hintergrund des Nibelungenlieds und seines Tarnmantels wie eine Warnung vor dem Gebrauch jener magischen Ringe, Gürtel und Tarnkappen, deren Wirkung maßgeblich zur Niederlage ihrer Träger beiträgt. So weist auch Hans Rudolf Velten mit Blick auf Zwergenfiguren darauf hin, dass das mit ihren magischen Dingen assoziierte Wunderbare etwas ist, „das nie obsiegen kann, sondern Reflexionsfunktion [in diesem Fall zur Funktion verhüllender, magischer Dinge im Kontext des Heroischen, F.N.] besitzt“.38 Das Prinzip der Nicht-Sichtbarkeit heroischer Exorbitanz, das von diesen Dingen erfüllt wird, stellt wie auch die (Über-)Steigerung des bereits außergewöhnlichen Kraftpotentials eine Bedrohung für die hier analysierten heroischen Figuren dar. Ein durch die Narration vollzogenes ‚Verstecken‘ eines solchen Dings wiederum kann die gegenteilige Wirkung haben und die Basis einer erst magisch zu konstruierenden – und damit instabilen – Exorbitanz einer ritterlichen Figur darstellen, wie sich am ‚Wigalois‘ Wirnts von Grafenberg zeigen lässt.

Das versteckte Ding – Wigalois’ Gürtel

Der Gürtel Jorafims im ‚Wigalois‘ ist wie die betrachteten Gegenstände zuvor ein magisches Ding, dessen Wirkung komplex ausgestaltet ist. Im direkten Vergleich unterscheidet er sich vor allem darin, dass er keine Unsichtbarkeit gewährt oder Unsichtbares enthüllt, jedoch ab dem Zeitpunkt, als er in den Besitz von Wigalois übergeht, ‚narrativ getarnt‘ wird.39 Die Wirkung des magischen Gürtels wirkt geschlechterunabhängig gleich (Wigalois 332; 537; 633).40 Seine zentrale Eigenschaft ist es, „Stärke und Tapferkeit [im Kampf, F.N.] zu verleihen […] und unbesiegbar zu machen“.41 Zugleich besitzt er Trost spendende Wirkung (Wigalois 5999).42 Dieser Gürtel wird Wigalois von Florie überreicht, als sie ihren Sohn nicht mehr davon abhalten kann auf aventiure zu reiten (Wigalois 1362–1375). Wigalois’ ritterliche Figurenkonstitution steht bereits zu diesem frühen Zeitpunkt außer Frage, besitzt er doch neben einer vortrefflichen Ausbildung im Kampf (1254–1259), einer außergewöhnlichen körperlichen (adeligen) Erscheinungsweise (1226f.; 1245) und damit auch im Sinne der Kalokagathie43 ganze tugent (1245). Dieser an sich bereits ‚untadeligen‘ Figur gibt Florie den Gürtel mit dem Ratschlag mit:

Du solt den gürtel sô bewarn
Daz sîn iemen werde gewar.
(Wigalois 1376f.)

Wigalois soll also den Gürtel vor den Augen der Öffentlichkeit verstecken, was vor dem Hintergrund der Beschaffenheit des Dings, aber auch seiner Wirkung her gelesen werden kann. Ausgehend von der sehr wertvollen Ausstaffierung des Gürtels könne er mit Schanze „Habgier und Heimtücke hervorrufen“, wie sich später auch beim Diebstahl des magischen Dings durch die Fischersfrau zeige, die ihn selbst vor ihrem Mann verheimliche (Wigalois 5352).44 Andererseits könnte er dem bereits tugendhaften Ritter mit starke[m] lîp (Wigalois 1299) zu magischer ‚Exorbitanz‘ verhelfen, die die Grenzen zwischen archaischer und höfischer Figur verwischt. Wigalois wirkt aus höfischer Perspektive bereits voll gereift, besitzt er mit James H. Brown „a beautiful body and every possible talent and virtue“ (Wigalois 1244–1246); Brown zufolge bestätigt der Geist König Lars Wigalois’ herausragenden Qualitäten mit der Feststellung, jener „was born to be the perfect knight“ (vgl. Wigalois 4792).45

Es wird also einer bereits untadeligen und tugendhaften Ritter-Figur ein magisches Ding mit auf den Weg gegeben, das ein zur Tjost hinreichendes Kraftpotenzial und die Tapferkeit des Trägers derart übersteigert, sodass Wigalois’ Krafteinsatz im Duell mehrfach das von der tugent gebotene Maß auf exorbitante Weise ‚durchbricht‘.

Errungenschaften im Kampf, aber auch bestandene Tugendproben, wie das Sitzen auf dem Tugendstein (Wigalois 1477–1550), können mit dem Wissen um das Tragen des Gürtels, zumindest als vom magischen Ding her ermöglicht, in Betracht gezogen werden. Nicht nur zieht der Tugendstein den „Gürtelträger ‚magisch‘ an“46 (Wigalois 1479), sondern die bestandene Probe stellt den knappen auf eine Stufe mit König Artus (Wigalois 1504f.). Doch wird vom Erzähler zu keinem Moment – bis zum Drachenkampf, in dem Wigalois den Gürtel verliert – das Tragen des Gürtels mehr erwähnt, nur seine Wirkung offenbart sich nach der außergewöhnlichen und von Wigalois unbeabsichtigten und scheinbar auch ungewollten Tugendprobe47 in den anschließenden Kämpfen. Wigalois scheint im Kampf mit ritterlichen Kontrahenten offenbar seiner eigenen – magisch potenzierten – Kraft nicht mehr Herr zu werden. Er durchsticht ungewollt einen Burgherrn, der ihm erst nach erfolgreichem Kampf Unterkunft gewähren will:

Sîn sper daz ez durch in brast
Ander halbe eine klâfters lanc.
Ez geschach ein teil ân sînen danc
Daz er in alsô hêt erslagen.
(Wigalois 1997–2000)

Seine Begleitung Nereja spricht in diesem Zusammenhang von mort (Wigalois 2009) am Burgherrn. Wigalois ist besitzt offenbar ein für ihn selbst schwer zu beherrschendes Kraftpotential – was angesichts seiner bisherigen Ausbildung in seiner Jugend vor allem im ritterlichen Wettkampf doch verwundern lässt. Entgegen der Vermutung von Fuchs-Jolie, dass „Gwigalois noch üben muß, seine Kraft und seinen Mut geschickter und dosierter, klüger einzusetzen“48, scheint Wigalois weniger ungestüm als vielmehr nicht in der Lage zu sein, mit dem magisch gesteigerten Kraftpotenzial angemessen umzugehen. In den weiteren Kämpfen mit dem Besitzer des Hündchens und Schaffilun tötet er seine Kontrahenten ebenfalls mit einem gewaltigen Lanzenstoß. Cora Dietl problematisiert die Tötung der Kontrahenten als einen „schwere[n] Verstoß gegen die Normen des Artusromans“.49 Die magisch evozierte Exorbitanz des Ritters Wigalois, dessen Kraftpotenzial diese gravierenden höfischen Normverstöße bedingt, steht in direktem Widerspruch zu der insgesamt „sorgfältig konstruierten Idealität des ‚Helden‘“50. So erscheint es nur konsequent, dass der Zaubergürtel bis zu dessen Verlust als dinghafter Ursprung der brüchigen Idealität des Ritters weder vom Erzähler erneut erwähnt noch für die Figuren auf der Erzählebene sichtbar ist. Offenbar ist der äußerliche Eindruck ungestümen Tjostierens und damit die Tötung mehrerer Kontrahenten weniger bedrohlich für die Figurenkonstitution des Ritters, als die Möglichkeit nach außen sichtbar werden zu lassen, dass das Kraftpotential Wigalois‘ nicht nur auf ein magisches Ding zurückzuführen ist, sondern er damit zugleich überfordert zu sein scheint.

Wie zuvor im Nibelungenlied und im ‚Laurin‘ bereits beobachtet werden konnte, können magische Dinge, die den Träger verstecken und/oder dessen Kraftpotenzial deutlich steigern, nicht nur zur Bedrohung für sie werden, sondern mit ihrer Sichtbarkeit führen sie zur Niederlage des Dingträgers. Hier scheint nun ein wesentlicher Unterschied zum ‚Wigalois‘ und dem versteckten Gürtel zu bestehen, denn dessen Verlust ist zwar mit einer Krise des Protagonisten verbunden, aber markiert zugleich einen Übergang und die Restituierung der höfischen Idealität des ehemaligen Gürtelbesitzers. Im Kampf mit einem anderweltlichen Kontrahenten, dem Drachen Pfetan, ist es nicht mehr der aus der mythischen Welt Jorams stammende Gürtel, der Wigalois zum Sieg verhilft, sondern es sind christlich konnotierte Dinge – Jorels Blüte mit einem besonderen Duft und eine Lanze, die von einem Engel gebracht wurde. Diese Dinge trägt Wigalois offen im Kampf und sie verhelfen ihm letztlich zum Sieg über den Drachen. Unter Berücksichtigung der bisherigen Beobachtung stünden auch hier nun erneut sichtbare Dinge dem versteckten Gürtel an Wigalois Hüfte gegenüber. Der Protagonist verliert den Gürtel und damit die ‚künstliche Exorbitanz‘ als Bedrohung der höfischen Idealität des Ritters, wodurch die Möglichkeit geschaffen wird, Wigalois als miles christianus zu deuten, dem es anschließend auch möglich sein wird, den mit den Mächten des Teufels verbundenen Roaz zu besiegen. Schanze hebt hervor, wie der Gürtel durch nun fortwährenden göttlichen Beistand „ersetzt“ und „daher als Überbleibsel aus der Erzählwelt entfernt“ wird.51

Der Zaubergürtel – so die vorgeschlagene Lesart dieses Beitrags – dient als Reflex auf die bedrohlichen Mechanismen der (Un-)Sichtbarkeit jener magischen Tarnkappen, Ringe und Gürtel, deren Täuschungs- und Kraftpotenzial sich letztlich gegen ihre Besitzer wendet. Wigalois als temporär überforderter Träger des versteckten Gürtels zeichnet mit dem vom Erzähler gewährten ‚Blick in die Heimlichkeit‘ wie im Nibelungenlied eine paradoxe Figurenkonstitution aus – in diesem Fall die einer exorbitanten Ritterfigur, deren übersteigertes Kraftpotenzial und Tugendhaftigkeit eine Anmaßung gegenüber der höfischen Artusgesellschaft und die Bedrohung der eigenen höfischen Idealität herbeiführt. Im Gegensatz zu den zuvor betrachteten heroischen Figuren erhält Wigalois fortan göttlichen Beistand, der den Verlust des magischen Dings kompensiert – den christlichen Kontext bedenkend vermutlich sogar mehr als das.

Wie bisher gezeigt werden sollte, sind magische Dinge, die die Konventionen der Sichtbarkeit unterlaufen und dadurch ihre Träger temporär stärken oder ihnen einen situationsbedingten Vorteil verleihen, gleichermaßen bedrohlich für archaisch-heroische wie ritterliche Figuren. Dinge, die der Täuschung dienen, tauchen gleichermaßen auf Seiten von Antagonisten und ‚tugendhaften‘ Protagonisten52 auf (Laurin/Wigalois). Sie werden von bestimmten Dingen enthüllt, was ihr destruktives Potenzial offenlegt oder sie werden versteckt getragen und müssen schließlich aus dem Text getilgt werden. Im anschließenden und letzten Kapitel soll aufgezeigt werden, dass das Konzept dieser literarischen Zauberdinge im intermedialen Kontext digitaler Spiele weiterhin besteht und direkt Auswirkungen auf die Handlungsfreiheit der SpielerInnen und den herausfordernden Charakter dieser Spiele hat.

Items – interaktive Dinge

Antje Strauch und Adria Meyer weisen richtigerweise darauf hin, dass Texte und Computerspiele unterschiedliche semiotische Systeme nutzen, um ihre Inhalte zu transportieren: Während Texte durch symbolische (Re-)Präsentation funktionieren, setzen Computerspiele als (audio-)visuelle Medien vermehrt auf ikonische. Im weiteren Verlauf arbeiten die AutorInnen jedoch ein gemeinsames Gegenstandsbewusstsein heraus, das die medialen Hürden überwindet, die das Computerspiel von der mittelalterlichen Literatur trennen. Der Begriff der Architextualität ermöglicht es ihnen, Spiele und Texte „als verschiedene Vertreter der gleichen narratologischen Oberkategorie, als unterschiedliche Zweige der gleichen Taxonomie“53 zu begreifen. Als verbindende Elemente nennen sie mythische Übercodierung, Wertinhärenz und eine teleologische Verwendung der Gegenstände, auf welche wir im Folgenden zu sprechen kommen werden.54

Bereits eine erste Sichtung des Spielmaterials ergibt: Unsichtbarkeit bewirkende Dinge wie die Tarnkappe sind in Computerspielen weit weniger häufig anzutreffen als man vermuten könnte. Zwar bieten viele Spiele die Möglichkeit, den Avatar55 unsichtbar zu machen oder zu tarnen, allerdings sind diese Spielmechanismen meist nicht an Ausrüstungsgegenstände geknüpft. So war es zwar noch in ‚The Elder Scrolls 4 – Oblivion‘ (2006)56 möglich, Rüstungen mit einem Chamäleonzauber zu belegen, der den Avatar vollkommen unsichtbar machte, in der Fortsetzung ‚The Elder Scrolls 5 – Skyrim‘ (2011)57 wurde diese Option jedoch entfernt. Der Grund dafür ist leicht vorstellbar: Während die Unsichtbarkeitszauber und -tränke, die es auch in ‚Skyrim‘ gibt, eine begrenzte Wirkungsdauer besitzen, ist einer Rüstung (unabhängig von einem konkreten Spiel) eine gewisse Beständigkeit zu eigen. Sie kann zwar möglicherweise zerstört werden, doch so lange sie existiert, besteht auch ihre Schutzwirkung – und das gilt auch für den magischen Schutz vor den Blicken anderer Figuren, sofern ein Spiel hier keine ‚Sonderregel‘ einführt. Und eine solche kann durchaus als notwendig erachtet werden, denn vollkommene, dauerhafte Unsichtbarkeit unterläuft nicht nur die auf seiner Audiovisualität gründende ‚Kultur der Sichtbarkeit‘ des Computerspiels, sondern gefährdet auch die Spielbalance.

Spielerisches Erfolgserleben ist nach Mihaly Csíkszentmihályi auf dem schmalen Grat zwischen Angst (Überforderung) und Langeweile (Unterforderung) angesiedelt.58 Espen Aarseth hat in den 90er Jahren den Terminus der ‚ergodischen Literatur‘ geprägt, um den Herausforderungscharakter von Spielen, aber auch anderer Medien in den Fokus zu rücken:

„In ergodic literature, nontrivial effort is required to allow the reader to traverse the text. If ergodic literature is to make sense as a concept, there must also be nonergodic literature, where the effort to traverse the text is trivial, with no extranoematic responsibilities placed on the reader except (for example) eye movement and the periodic or arbitrary turning of pages.“59

Ergodische ‚Literatur‘ verlangt ihren Rezipienten also eine Leistung ab, die nicht trivial sein darf. Gerade das aber ist das Problem von Unsichtbarkeit: Ist sie auf SpielerInnenseite verortet, so sind viele Herausforderungen plötzlich keine Herausforderungen mehr. Ist sie hingegen auf GegnerInnenseite verortet, werden GegnerInnen allzu leicht unbesiegbar. Unsichtbarkeit kann also das von Csíkszentmihályi beschriebene ideale Gleichgewicht sehr leicht in Richtung Unter- oder Überforderung kippen lassen, weil durch sie zentrale Elemente der Spielmechanik temporär ausgehebelt werden. Das geht auf Kosten der spielerischen agency, welche Janet Murray als „the satisfying power to take meaningful action and see the results of our decisions and choices“60 definiert. Von „meaningful action“ kann aber nur die Rede sein, wenn das Handeln des Spielers oder der Spielerin das Ergebnis der Handlung beeinflusst und nicht automatisch durch die Unsichtbarkeit von ProtagonistIn oder AntagonistIn gelingt oder scheitert.

Die auf den ersten Blick arbiträr erscheinende Kopplung von Unsichtbarkeit an übernatürliche Stärke, die in der mittelalterlichen Epik begegnet, kann auf die Vorteile zurückgeführt werden, die unsichtbare HeldInnen im Kampf genießen: Unsichtbarkeit garantiert – wenn keine weiteren Faktoren hinzukommen – zumindest einen ‚Gratis-Treffer‘, da das Opfer unsichtbare AngreiferInnen nicht kommen sieht, und erleichtert auch weitere Treffer, da es schwierig ist, eine unsichtbare Waffe zu parieren. Vor allem aber schützt Unsichtbarkeit AggressorInnen recht effizient davor, selbst getroffen zu werden. Ein Kleidungsstück, das allein dadurch, dass es getragen wird, seine Wirkung entfaltet, geht eine symbiotische Beziehung mit seinem Träger oder seiner Trägerin ein, wie besonders am Beispiel von Wigalois’ Gürtel zu beobachten ist: Seine Stärke wird über einen langen Zeitraum zu Wigalois’ Stärke; beide werden ununterscheidbar – „die Requisiten werden als eine Art Kapital zur Figur und ihren Fähigkeiten hinzu addiert“61.

Eine interessante Randbeobachtung ist hierbei, dass den fraglichen „Requisiten“ nicht nur in der mittelalterlichen Literatur, sondern auch im Computerspiel häufig zusätzlich zu ihrer funktionalen Wertigkeit auch eine quasi-materielle zukommt. Sollen bspw. profane Rüstungen verzaubert werden, so geschieht das in vielen Spielen durch das Einsetzen von Edelsteinen (in ‚Skyrim‘: „Seelensteine“). Hier scheint eine mittelalterliche oder sogar noch ältere Vorstellung von dem Edelstein als Kraft- oder Zauberspeicher fortzuleben.

„Wird die ‚unmittelbare Vermittlung‘ der Materialität durch ein einfaches Zeichensystem jedoch durch ein sekundäres semiotisches System – eine mythische Bedeutung – überschrieben, verschiebt sich der Fokus auf die Funktion des Gegenstandes als Bedeutungsträger und weg von der Materialität.“62

Besondere Items, die im Rahmen von Quests erworben werden und/oder zu deren Abschluss unverzichtbar sind, verfügen zudem über einen inhärenten Wert, der sich aus ihrer individuellen Objektbiografie speist. Sie sind dazu bestimmt, eine prädeterminierte Rolle im Plot zu spielen, und somit sowohl semiotisch als auch mythisch übercodiert.63

Doch selbst diese besonderen Gegenstände gehen in der Benutzung eine Symbiose mit dem Avatar ein und werden dadurch selbst ‚unsichtbar‘64: Ihre Wirkung wird nicht mehr auf sie selbst zurückgeführt, sondern ihrem Träger oder ihrer Trägerin ursächlich zugeschrieben, was nicht zuletzt eine narrative Strategie ist. Diese symbiotische Beziehung wird in der Literatur nur durch irreguläre Vorgänge wieder aufgebrochen: Wigalois wird in bewusstlosem Zustand seines Gürtels beraubt, Laurin wird der Gürtel im Ringkampf abgerissen. Irreguläre Vorgänge aber sind in Computerspielen fast nur im Rahmen von Cutscenes65 oder Quick-Time-Events66 vorgesehen, daher muss die Wirkung von Unsichtbarkeit, übermenschlicher Stärke, Unverwundbarkeit und Co. in vielen Fällen (gegebenenfalls zusätzlich) auf andere Weise limitiert und reglementiert werden.

Die Lösungen können dabei durchaus verschiedenartig und kreativ ausfallen. Unsichtbarkeit mag eine begrenzte Wirkungsdauer und/oder einen Cooldown67 haben oder greift auf ein begrenztes Energiereservoire zu. GegnerInnen ‚hören‘ den Unsichtbaren oder es gibt spezielle GegnerInnen, die nicht auf ihre visuelle Wahrnehmung angewiesen sind. Das Terrain kann den Unsichtbaren verraten, indem er bspw. Fußspuren im Schnee hinterlässt oder Bewegung im Gras verursacht (wie im dänischen ‚Lawrin‘, bei dem das niedergedrückte Gras den Zwergenkönig verrät68). Er mag auch entkörperlicht und deswegen nicht in der Lage sein, mit seiner Umwelt zu interagieren, solange er unsichtbar ist, oder Unsichtbarkeit mag defizitär und deswegen bspw. nur im Stillstand absolut sein. Stillstand und Untätigkeit aber wirken sich sowohl auf Gameplay als auch auf Narration fatal aus69 und hierin liegt das Grundproblem von Unsichtbarkeit in beiden Medien: Der Schutz – oder der Vorteil –, den Unsichtbarkeit bietet, ist nur so lange vollkommen, wie der Unsichtbare nicht agiert. In dem Moment nämlich, in dem er bspw. einen Angriff führt, verrät er seine Position und macht sich somit verwundbar. Untätigkeit ist beim mittelalterlichen Helden mit Feigheit konnotiert – „die unwissende (doch klärende) Handlung ist die ideale Motivation für ritterliche Taten“70. Um also ihrer exorbitanten Rolle gerecht zu werden, müssen Protagonisten den taktischen Vorteil aufgeben, den ihnen Unsichtbarkeit bietet, und erneut Handelnde werden.

Brüche mit zentralen Bestandteilen heldenhafter Figurenkonzeptionen – in diesem Beitrag die potenzielle Brüchigkeit heroischer Figuren und die übersteigerte Exorbitanz des ritterlichen Wigalois –, die aus dem magischen Unterlaufen der Sichtbarkeit in mittelalterlicher Literatur resultieren, finden sich im Computerspiel nur selten, solange es nur einen Spieler bzw. nur eine Spielerin gibt. Immerhin basieren ganze Spielkonzepte darauf, GegnerInnen ungesehen zu umgehen oder ungesehen zu töten. Unsichtbarkeit ist insbesondere im Einzelspieler-Modus – da sie ja ohnehin meist strikt reglementiert ist – also ein legitimes Mittel, um ans Ziel zu kommen. Die Konnotation von Unsichtbarkeit mit einer ‚Überdehnung‘ eines zugrundeliegenden Regelkonzepts, was als Unredlichkeit wahrgenommen werden kann, kehrt jedoch teilweise im Mehrspieler-Modus oder in Onlinespielen wieder. Dort kann Unsichtbarkeit zur beliebten Waffe von sogenannten ‚Trollen‘ werden, also Spielern, deren persönliches Spielziel darin besteht, durch Manipulation der Spielmechanik – bspw. Unsichtbarkeit – anderen das Spiel zu verderben.

Fazit

Abschließend kann also gesagt werden, dass Unsichtbarkeit und Stärkeboni in Computerspielen tendenziell seltener an Objekte gebunden sind als in der mittelalterlichen Literatur, weil Ausrüstungsgegenständen in den meisten Computerspielen eine gewisse Beständigkeit zu eigen ist und somit die Spielbalance gefährdet wäre. Wenn allerdings ‚magische‘ Wirkungen wie Unsichtbarkeit oder Eigenschaftsboni (etwa auf Stärke oder Gewandtheit) in einen Ausrüstungsgegenstand eingebunden werden, so geschieht das vor allem im fantastischen Bereich oft auf ‚mittelalterliche‘ Weise: durch Erhöhung des materiellen und funktionalen Werts über das Einsetzen von Edelsteinen, denen verschiedene (oft auch farblich kodierte) Wirkungen zugeschrieben werden.

Ein Unterlaufen der Sichtbarkeit stellt sowohl für ergodische Literatur (zu der nicht zuletzt das Computerspiel zählt) als auch mittelalterliche Heldenkonzeptionen eine Bedrohung dar, da sowohl ein Mangel an Herausforderungen bei Unsichtbarkeit der ProtagonistInnen als auch ein Mangel an Chancen zur Gegenwehr bei Unsichtbarkeit der AntagonistInnen die Handlung vorhersehbar machen. Die Bindung an magische Dinge, die ein solches Unterlaufen der Sichtbarkeit ermöglichen, stellt im Kontext der hier analysierten Texte eine Gefahr für ihre TrägerInnen dar, selbst wenn ihre Wirkung ausgehebelt oder die Dinge aus den Textgeschehen getilgt werden. Ebenso verhält es sich in digitalen Spielen mit Blick auf die SpielerInnen, deren Involvierung ins Spielgeschehen maßgeblich von der Bewältigung spielmechanischer Herausforderungen abhängt, die durch eine unterlaufene Sichtbarkeit nachhaltig gefährdet wird. Hier zeigt sich die Zugehörigkeit der Untersuchungsgegenstände zum selben Architext, denn die Bedrohlichkeit des Angewiesenseins auf magische Dinge und die von ihnen bewirkte Unsichtbarkeit für die jeweilige Integrität der BesitzerInnen, die sich im Zug der Untersuchung herauskristallisiert hat, zeugt von einem ähnlichen Gegenstandsbewusstsein.

Unsichtbarkeit steht zudem in deutlichem Kontrast zum Ideal heroischen Handelns und kann sogar zu einem wesentlichen Element der Niederlage exorbitanter Figuren werden. Während sich die materiellen Erscheinungsmodi des Phänomens der Unsichtbarkeit mit Blick auf digitale Spiele verändert haben, bleibt deren bedrohliches Potenzial bestehen: Die Gefährdung des Gleichgewichts zwischen Herausforderung und Überforderung, das die Voraussetzung für das Entstehen von Flow ist, stellt zugleich den prekären Status (gelingender) ‚ergodischer Literatur‘ dar. Unsichtbarkeit muss auf literarischer wie spielerischer Ebene immer wieder gebrochen werden – sei es, indem etwas Unerwartetes oder Unwahrscheinliches geschieht, das sie außer Kraft setzt, sei es, indem Unsichtbarkeit generell limitiert ist bzw. durch enttarnende Mechanismen ausgehebelt wird, oder sei es, indem Unsichtbarkeit in Misskredit gebracht wird. Ein erster Blick in mhd. Literatur und digitale Spiele zeigt, dass Heimlichkeit und Täuschung in Form von Unsichtbarkeit nichts von ihrem bedrohlich negativen Charakter verloren hat – der heldenhafte Kampfbeweis ebenso wie die spielerische Herausforderung unterliegen also offenbar weiterhin dem Primat der Sichtbarkeit.

Fußnoten

  1. Vgl. dazu den materialreichen Überblick Anna Mühlherrs zu aktuellen Forschungsdiskursen und Publikationen der Dingforschung in ihrer Einleitung zum Sammelband Dingkulturen: Mühlherr 2016, sowie deren Ergänzung um wesentliche Einzelaspekte in: Nieser 2020, S. 1, Anm. 4.
  2. Vgl. dazu als exemplarische Beispiele Arofels defizitäre Rüstung, die von Willehalm in Wolframs gleichnamigem Text zunächst durch rêroup angeeignet und in weiten Teilen des Texts getragen wird: Nieser 2018, S. 104–110, Klein 2014, S. 177 mit Bezug Czerwinski 1989, S. 30 oder mobile ‚Schrift-Träger‘ wie die Wachstafel des Gregorius: Lieb/Ott 2014 sowie Marshall 2016.
  3. Hartmann 2002.
  4. Vgl. Nieser 2018, S. 20–##.
  5. Schulz 2012, S. 41 mit Bezug auf Wenzel 1995. Vgl. dazu auch Markus Stock: Sichtbarkeit im höfischen Kontext gehört zu „den wichtigsten Interaktionsmodi“ der handlungstragenden Figuren: Stock 2011, S. 228–229.
  6. Generell zur repräsentativen Rolle von Kleidung und Mode im mittelalterlichen Kontext vgl. u.a. Brown/Brüggen 1989 und Keupp 2014.
  7. Vgl. hierzu bspw. die Untersuchungen Monika Schaustens zum ‚roten Ritter‘ Parzival in Wolframs von Eschenbach ‚Parzival‘: Schausten 2008.
  8. Ascher/Müller 2018.
  9. Strauch/Meyer 2018.
  10. Katsaridou/Thibault 2016.
  11. Strauch/Meyer 2018.
  12. Strauch/Meyer 2018.
  13. Strauch/Meyer 2018.
  14. Hier und im Folgenden wird im Zusammenhang mit verbergenden und verborgenen Dingen mit Anna Mühlherr in Anschluss an Helmut de Boors Anmerkung zu NL 337,4 er warp mit grôzen listen daz vil hêrlîche wîp die Bedeutungsdimension des Wortes als „Verschlagenheit“ ebenfalls mitberücksichtigt: Mühlherr 2009, S. 470 mit Verweis auf De Boor 2007, S. 773.
  15. Wo nicht anders markiert, wird aus folgender Ausgabe zitiert: Nibelungenlied [NL]
  16. Strohschneider 1997, S. 60.
  17. Strohschneider 1997, S. 61.
  18. Strohschneider 1997, S. ##.
  19. Schulz 2012, S. 43 mit Bezug auf Strohschneider 2002, S. 139, Anm. 85.
  20. Brüggen/Holznagel 2011, S. 91.
  21. Renz 2006, S. 17.
  22. Vgl. dazu Mühlherr 2009, S. 478, die auf Renz 2006, S. 18 verweist. Vgl. auch Classen 2014, S. 193.
  23. Mühlherr 2009, S. 478.
  24. Mühlherr 2009, S. 479.
  25. Classen 2008, S. 18.
  26. Mühlherr 2009, S. 482, Anm. 41 weist hier auf den Forschungsdiskurs zur Mitnahme von Ring und Gürtel Brünhilds hin, der sich nicht nur auf den Erwerb von sichtbaren Trophäen beschränkt (vgl. dazu auch Müller 1998, S. 274, der sie vor allem als Herrschaftsinsignien versteht), sondern auch die Lesart in Betracht zieht, dass Gürtel und Ring zur Sicherheit von Siegfried Brünhild weggenommen werden, da diese Dinge mit ihrer exorbitanten Stärke in ähnlicher Weise verbunden sein könnten wie es mit seinem Tarnmantel der Fall ist. Mit der hier vorgestellten Deutung des Rings und des Gürtels als enttarnende und entlarvende Dinge wären beide Lesarten miteinander vereinbar.
  27. Müller 1998, S. 274.
  28. Vgl. dazu Classen 2008, S. 19.
  29. Classen spricht von „der Enthüllung der Wahrheit, von der sowohl der Ring als auch der Gürtel unbarmherzig sprechen“: Classen 2008, S. 20.
  30. Brüggen/Holznagel 2011, S. 90.
  31. Brüggen/Holznagel 2011, S. 91.
  32. Wenzel 2001, S. 228.
  33. Dieser Beitrag beschränkt sich weitgehend auf den deutschen ‚Laurin‘ (L1), der die Geschehnisse um den Zwergenkönig und die Berner Helden im Vergleich mit der dänischen und alttschechischen Version sowie dem färöischen Lied am ausführlichsten schildert. Angaben aus dem ‚Laurin‘ entstammen folgender Edition: Laurin.
  34. Vgl. zur Herausforderung eines Heros am Beispiel des Spotts gegen Rainouart in der ‚Bataille d’Aliscans‘: Nieser 2018, S. 189.
  35. Eine literarische Verbindung einer solchen Form magischer List und Zwergen als handwerklich geschickte Schmiede findet sich bereits im sogenannten „Dvergatal, der Erzählung von Zwergen in der Volüspá […]“, wo sie bereits „wertvollen Schmuck und hervorragende Waffen“ herstellen: Velten 2018, S. 116 mit Verweis auf Krause 2004, S. 113. In diesen Erzählungen finden sich neben der Zuschreibung von Handwerkskunst insbesondere im Bereich der Herstellung wertvoller Dinge auch die Assoziation mit „Heimtücke und Täuschungs- und Verwandlungsfähigkeiten“: Velten 2018, S. 116. Mit Uta Störmer-Caysa muss jedoch auch berücksichtigt werden, dass die ursprüngliche Provokation und das daraus resultierende Handlungsmuster Laurins von den Bernern ausging, weswegen das heimtückische Verhalten des Zwergenkönigs nicht ohne Weiteres rein seinem Charakter zugeschrieben werden sollte: Störmer-Caysa 1999, S. 159.
  36. Es gibt einen Hinweis darauf, dass das Zwergenvolk sich mithilfe eines Dings tarnt, da Walberan Dietrich in den Kampfverhandlungen anbietet, dass er unverborgen vor die Burgtore treten werde (so kumpt er unverporgen / hie fur daz purktor, L1 2420f.). Damit wird die Möglichkeit angedeutet, dass die Tarnung eine aktive Handlung der Zwerge ist, die möglicherweise durch ein Ding bewirkt wird. Dies wird aber nicht wörtlich erwähnt, weswegen es bei einer Vermutung bleiben muss.
  37. Velten 2018, S. 119.
  38. Velten 2018, S. 119.
  39. Details zu den Einzelfiguren und zur Vorgeschichte des Gürtelangebots an Ginover sowie Gawans Gürtelannahme können im Rahmen dieses Beitrags nicht gesondert erläutert werden, da primär das versteckte Tragen des Gürtels bei Wigalois hier im Fokus steht. Eine sehr übersichtliche Zusammenfassung bis zum Verlust des Gürtels gibt Christoph Schanze: Schanze 2013, S. 545–547.
  40. So weisen Sabine und Ulrich Seelbach in ihrem Stellenkommentar zur Wirkung des Gürtels bei Ginover darauf hin, dass „die Wirkung des Gürtels bei Männern und Frauen laut den Handschriften dieselbe [ist]: er verleiht Stärke (V. 633), außerdem Weisheit (V. 332) und Mut (V. 633)“.: Seelbach/Seelbach 2014, S. 304. Vgl. dazu auch Kirchhoff 2013, S. 432 sowie Schanze 2013, S. 548, Anm. 48. Wo nicht anders vermerkt, wird aus folgender Ausgabe zitiert: Wigalois.
  41. Schanze 2013, S. 549.
  42. Schanze 2013, S. 550.
  43. Michel 1976, S. 90f.: darunter wird das Prinzip der „Leibschönheit […] als Manifestation innerer Schönheit“ in der Tradition Gilberts von Hoyland, Honorius Augustodunensis und Bernhards von Clairvaux verstanden.
  44. Schanze 2013, S. 551.
  45. Brown 2015, S. 40.
  46. Schanze 2013, S. 553.
  47. Offenbar war die Anziehungskraft der beiden magischen Dinge – Gürtel und Tugendstein – stärker als das bewusste Handeln des jungen Knappen, denn hätte er um die Bedeutung des Steins gewusst, wäre er niemals hinaufgestiegen und hätte sich damit auch nicht mit König Artus ‚gemessen‘: Hêt erz von iemen ê vernomen,/ er ware benamen drûf niht komen. (Wigalois 1547f.)
  48. Dietl 2002, S. 78.
  49. Schanze 2013, S. 568.
  50. Schanze 2013, S. 568.
  51. Schanze 2013, S. 571.
  52. Die jedoch an Tugendhaftigkeit einbüßen, da Siegfried Brünhild wiederholt täuscht und vergewaltigt und Wigalois seine Kontrahenten mit dem übermäßigen Krafteinsatz tötet.
  53. Strauch/Meyer 2018.
  54. Strauch/Meyer 2018.
  55. „Etymologisch entstammt der Begriff Avatar (Avatara) der hinduistischen Mythologie und bezeichnet dort nach Wessely die ‚Inkarnation des Gottes Vishnu, der zwar ständig in seinem göttlichen Reich bleibt, aber zeitlich begrenzt zugleich auch auf Erden als endliches Wesen erscheinen kann.‘“ (Zumbansen 2008, S. 88). Analog ist die Beziehung zwischen Spieler und Spielfigur (also dem Computerspiel-Avatar) zu denken: Der Spieler verbleibt physisch in seiner Sphäre – nämlich der außerspielerischen Wirklichkeit – bedient sich aber der Spielfigur, um handelnd auf die Spielwelt einwirken zu können, und verlagert seine Aufmerksamkeit auf das Geschehen innerhalb der Spielwelt.
  56. The Elder Scrolls 4
  57. The Elder Scrolls 5
  58. Csíkszentmihályi 2010. Man beachte den Untertitel ‚Jenseits von Angst und Langeweile‘.
  59. Aarseth 1997, S. 1f.
  60. Murray 1997, S. 126.
  61. Linden 2016, insbesondere S. 224–228.
  62. Strauch/Meyer 2018..
  63. Strauch/Meyer 2018.
  64. Linden 2016, S. 224.
  65. Ein ‚Cutscene‘ ist eine in ein Computerspiel eingebettete, nicht-interaktive Filmsequenz.
  66. Sogenannte ‚Quick-Time-Events‘ ähneln in ihrer Inszenierung Filmsequenzen, sind aber interaktiv. Ihre Interaktivität unterscheidet sich jedoch von der sonst üblichen Spielmechanik: In Quick-Time-Events besteht die spielerische Herausforderung im zeitkritischen Betätigen von Tasten, die während der Szene eingeblendet werden. Sie finden häufig auf dem Höhepunkt von Kämpfen Verwendung, die durch diese Art der Inszenierung als narrativ bedeutungsvoll ausgewiesen werden.
  67. Gegenstände oder Fähigkeiten mit einem sogenannten ‚Cooldown‘ können erst nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne erneut eingesetzt werden.
  68. Vgl. Lawrin 586f. (som gresed røress vd met then jord, / ther skulle i effter farae) sowie 601f. (han lette ther som gresed randh, / och fand om sider then lidlae mand). Die Angaben aus dem ‚Lawrin‘ entstammen folgender Edition: Laurin 2016
  69. Ascher 2021, Kapitel 6.3 „Krisenfälle handlungsbasierten Erzählens: Niederlage und Untätigkeit“.
  70. Däumer 2013, S. 214.

Bibliografie

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Wird erwähnt in Fußnote: [59]

Ascher, Franziska: Erzählen im Imperativ – Zur strukturellen Agonalität von Rollenspielen und mittelhochdeutschen Epen. Bielefeld 2021 [im Satz]
Wird erwähnt in Fußnote: [69]

Ascher, Franziska/Müller, Thomas (Hg.): Vom ‚Wigalois‘ zum ‚Witcher‘. Mediävistische Zugänge zum Computerspiel. PAIDIA – Zeitschrift für Computerspielforschung 2018 (11). online
Wird erwähnt in Fußnote: [8]

Bethesda Game Studios: The Elder Scrolls 4. Oblivion: 2K Games; Bethesda Softworks 2006.
Wird erwähnt in Fußnote: [56]

Bethesda Game Studios: The Elder Scrolls 5. Skyrim: Bethesda Softworks 2011.
Wird erwähnt in Fußnote: [57]

Brown, James H./Brüggen, Elke: Kleidung und Mode in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts (Beihefte zum Euphorion, Bd. 23). Heidelberg 1989.
Wird erwähnt in Fußnote: [6]

Brown, James H.: Imagining the Text. Ekphrasis and Envisioning Courtly Identity in Wirnt von Gravenberg’s Wigalois (Visualising the Middle Ages, Bd. 10). Leiden 2015.
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Brüggen, Elke/Holznagel, Franz-Josef: ‚Sehen‘ und ‚Sichtbarkeit‘ im Nibelungenlied. Zur Genese einer mediävistischen Fragestellung. In: Bauscke, Ricarda u.a. (Hg.): Sehen und Sichtbarkeit in der deutschen Literatur des Mittelalters. XXI. Anglo-German Colloquium London 2009. Berlin 2011, S. 78–99.
Wird erwähnt in Fußnote: [20] [30] [31]

Classen, Albrecht: Der Gürtel als Objekt und Symbol in der Literatur des Mittelalters. Marie de France, Nibelungenlied, Sir Gawain and the Green Knight und Dietrich von der Glezze. In: Mediävistik 2008 (21), S. 11–37.
Wird erwähnt in Fußnote: [25] [28] [29]

Classen, Albrecht: Irony in medieval and early modern German literature: „Nibelungenlied“, „Mauritius von Craûn“, Johannes von Tepl’s „Ackermann“: the encounter of the „Menschlich-Allzumenschlich“ in a medieval context. In: Journal of English and Germanic Philology 2014 (113), S. 184–205.
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Csíkszentmihályi, Mihály: Das Flow-Erlebnis. Jenseits von Angst und Langeweile. Stuttgart 2010.
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Czerwinski, Peter: Der Glanz der Abstraktion. Frühe Formen von Reflexivität im Mittelalter. Frankfurt/M. u.a. 1989.
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Däumer, Matthias: Stimme im Raum und Bühne im Kopf. Über das performative Potential der höfischen Artusromane. Bielefeld 2013.
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Wird erwähnt in Fußnote: [15]

De Boor, Helmut/Bartsch, Karl: Kommentar. In: Das Nibelungenlied. Übersetzt und kommentiert von Siegfried Grosse. Hg. von Karl Bartsch und Helmut de Boor (Reclams Universal-Bibliothek, Bd. 644). Stuttgart 2007.
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Dietl, Cora: Fiktive Artuswelt und Herrscherideal als Produkte von Struktur und Strukturbrechung im ‚Wigalois‘ des Wirnt von Grafenberg. In: Parry, Christoph (Hg.): Text und Welt. Beiträge auf der 11. Internationalen Tagung Germanistische Forschungen zum Literarischen Text. Vaasa u.a. 2002, S. 73–81.
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Katsaridou, Maria/Thibault, Mattia: Architextuality and Video Games: A Semiotic Approach. In: Duret, Christophe/Pons, Christian-Marie (Hg.): Contemporary Research on Intertextuality in Video Games. Hershey 2016, S. 253–272.
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Klein, Mareike: Die Farben der Herrschaft. Imagination, Semantik und Poetologie in heldenepischen Texten des Mittelalters (Literatur – Theorie – Geschichte, Bd. 5). Berlin 2014.
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Krause, Arnulf: Die Götter- und Heldenlieder der älteren Edda. Stuttgart 2004.
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Lieb, Ludger/Ott, Michael R.: Schrift-Träger. Mobile Inschriften in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters. In: Kehnel, Annette/Panagiotopoulos, Diamantis (Hg.): Schriftträger – Textträger. Zur materialen Präsenz des Geschriebenen in frühen Gesellschaften (Materiale Textkulturen, Bd. 6). Berlin u.a. 2014, S. 15–36. online.
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Marshall, Sophie: Fundsache Gregorius. Paradigmatisches Erzählen bei Hartmann. In: Mühlherr, Anna/Sahm, Heike/Schausten, Monika/Quast, Bruno (Hg.): Dingkulturen. Objekte in Literatur, Kunst und Gesellschaft der Vormoderne (Literatur-Theorie-Geschichte, Bd. 9). Berlin u.a. 2016, S. 308–333.
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Michel, Paul: Formosa deformitas. Bewältigungsformen des Hässlichen in mittelalterlicher Literatur (Studien zur Germanistik, Anglistik und Komparatistik, Bd. 57). Bonn 1976.
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Mühlherr, Anna: Einleitung. In: Mühlherr, Anna/Sahm, Heike/Schausten, Monika/Quast, Bruno (Hg.): Dingkulturen. Objekte in Literatur, Kunst und Gesellschaft der Vormoderne (Literatur-Theorie-Geschichte, Bd. 9). Berlin u.a. 2016, S. 1–5.
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Wird erwähnt in Fußnote: [14] [22] [23] [24] [26]

Müller, Jan-Dirk: Spielregeln für den Untergang. Tübingen 1998.
Wird erwähnt in Fußnote: [26] [27]

Murray, Janet H.: Hamlet on the Holodeck. The Future of Narrative in Cyberspace. updated edition. Cambridge, Mass. 2017.
Wird erwähnt in Fußnote: [60]

Nieser, Florian: Die Lesbarkeit von Helden. Uneindeutige Zeichen in der ‚Bataille d’Aliscans‘ und dem ‚Willehalm‘ Wolframs von Eschenbach. Stuttgart 2018.
Wird erwähnt in Fußnote: [2] [4] [34]

Renz, Tilo: Brünhilds Kraft. Zur Logik des einen Geschlechts im Nibelungenlied. In: Zeitschrift für Germanistik 2006 (16.1), S. 8–25.
Wird erwähnt in Fußnote: [21] [22]

Schanze, Christoph: Jorams Gürtel als ‚Ding‘. Zur Polysemie eines narrativen Requisits. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 2013 (135/4), S. 535–581. online.
Wird erwähnt in Fußnote: [39] [40] [41] [42] [44] [46] [49] [50] [51]

Schausten, Monika: Vom Fall in die Farbe. Chromophilie in Wolframs von Eschenbach ‚Parzival‘. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 2008 (130), S. 459–482.
Wird erwähnt in Fußnote: [7]

Schulz, Armin: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Berlin 2012.
Wird erwähnt in Fußnote: [5] [19]

Seelbach, S./Seelbach, U: Kommentar zu 332 vreude. In: Wirnt von Grafenberg: Wigalois. Text der Ausgabe von J.M.N. Kapteyn, übersetzt, erläutert und mit einem Nachwort versehen von Sabine und Ulrich Seelbach, 2., überarbeitete Auflage, Berlin u.a. 2014.
Wird erwähnt in Fußnote: [40]

Stock, Markus: Sich sehen lassen. Die Visibilität des Helden und der höfische Sichtraum im ‚König Rother‘. In: Bauscke, Ricarda u.a. (Hg.): Sehen und Sichtbarkeit in der deutschen Literatur des Mittelalters. XXI. Anglo-German Colloquium London 2009. Berlin 2011, S. 228–239.
Wird erwähnt in Fußnote: [5]

Störmer-Caysa, Uta: Kleine Riesen und große Zwerge? Ecke, Laurin und der literarische Diskurs über kurz oder lang. In: Zatloukal, Klaus (Hg.): Aventiure – märchenhafte Dietrichepik. 5. Pöchlarner Heldenliedgespräch. Wien 1999, S. 157–175.
Wird erwähnt in Fußnote: [35]

Strauch, Antje/Meyer, Adrian: Mythischer Gegenstand unverkäuflich. Zum mythischen Gegenstandsbewusstsein als Verbindung zwischen Mittelalter und Computerspiel. In: Ascher, Franziska/Müller, Thomas (Hg.): Vom ‚Wigalois‘ zum ‚Witcher‘. Mediävistische Zugänge zum Computerspiel. PAIDIA – Zeitschrift für Computerspielforschung 2018 (11). online
Wird erwähnt in Fußnote: [9] [11] [12] [13] [53] [54] [62] [63]

Strohschneider, Peter: Einfache Regeln – komplexe Strukturen : ein strukturanalytisches Experiment zum „Nibelungenlied“. In: Harms, Wolfgang/Müller, Jan-Dirk (Hg.): Mediävistische Komparatistik. Festschrift für Franz Josef Worstbrock zum 60. Geburtstag. Stuttgart 1997, S. 43–75.
Wird erwähnt in Fußnote: [16] [17] [18]

Strohschneider, Peter: Textheiligung. Geltungsstrategien legendarischen Erzählens im Mittelalter am Beispiel Konrads von Würzburg ‚Alexius‘. In: Melville, Gert/Voländer, Hans: Geltungsgeschichten. Über die Stabilisierung und Legitimierung institutioneller Ordnungen. Köln u.a. 2002, S. 109–148.
Wird erwähnt in Fußnote: [19]

Velten, Hans Rudolf: Figurationen des Zwergs in mittelalterlicher Literatur und im Fantasyroman: Tolkien, Heitz, Rehfeld. In: Busch, Nathanael/Velten, Hans Rudolf (Hg.): Die Literatur des Mittelalters im Fantasy-Roman. Heidelberg 2018, S. 111–129.
Wird erwähnt in Fußnote: [35] [37] [38]

Wenzel, Horst: Augenzeugenschaft und episches Erzählen. Visualisierungsstrategien im ‚Nibelungenlied‘. In: Zatloukal, Klaus (Hg.): 6. Pöchlarner Heldenlied. 800 Jahre ‚Nibelungenlied‘. Rückblick – Einblick – Ausblick. Wien 2001, S. 215–234.
Wird erwähnt in Fußnote: [32]

Wenzel, Horst: Hören und Sehen, Schrift und Bild. Kultur und Gedächtnis im Mittelalter. München 1995.
Wird erwähnt in Fußnote: [5]

Wirnt von Grafenberg: Wigalois. Text der Ausgabe von J.M.N. Kapteyn, übersetzt, erläutert und mit einem Nachwort versehen von Sabine und Ulrich Seelbach, 2., überarbeitete Auflage, Berlin u.a. 2014.
Wird erwähnt in Fußnote: [40]

Zumbansen, Lars: Dynamische Erlebniswelten. Ästhetische Orientierungen in phantastischen Bildschirmspielen. München 2008.
Wird erwähnt in Fußnote: [55]